Pfarreiprojekt 2016

Osare la speranza - Die Hoffnung wagen

Pfarrei und MCI Bülach 2016 - Hilfsprojekt Progetto di solidarietà Haus Rut

„Kennst du das Land wo die Zitronen blühen … „ diese Worte, die der gute Goethe schon vor 200 Jahren seiner Mignon sinnen lässt, drücken seine Liebe zu Italiens aus. Ich bin kein Dichter, doch wenn ich Italiens Süden besuchen darf, den Golf von Neapel, die Küste Sorrents oder die liebliche Landschaft Kampaniens sehe, so möchte ich diese Schönheit wie Goethe in Verse kleiden.
Doch hinter dieser bukolischen Kulisse versteckt sich das Drama der Arbeitslosigkeit, der Unterdrückung durch die Camorra, der Korruption und der Ausbeutung von Mensch und Natur. In dieser Gegend stranden auch immer mehr Flüchtlinge welche vom Mittelmeer ans Land gespült werden. Mittellos und ohne Ziel sind sie leichte Beute für das organisierte Verbrechen. Besonders die Mädchen und jungen Frauen aus dem Osten und Afrika werden gezwungen ihre Schulden an die Schlepperbanden durch den Verkauf ihrer Körper abzubezahlen. Betrogen, verkauft und auf die Strasse geworfen wie Einweggeschirr sind sie ihren Zuhältern ausgeliefert.
Da nähert sich ihnen auf der Strasse ein Mensch der nicht bezahlten Sex will, sondern mit einem scheuen Lächeln eine Blume schenkt, eine kleine Blüte die zum Zeichen neuer Hoffnung wird. Es ist Schwester Rita Giaretta, die mutig die Strichmeilen Casertas nach diesem menschlichen Strandgut absucht und ihnen einen Weg aus ihrem Elend anbietet. Wie sich Mutter Teresa um die Sterbenden Kalkuttas kümmerte, so versucht Suor Rita diesen jungen Mädchen und Frauen ihre Menschenwürde, ihr Recht auf Zukunft und Leben zu schenken.
Mit ihren Mitschwestern hat sie das Haus Rut gegründet. Dort finden diese stimmlosen Frauen Menschen die sich für ihre Rechte einsetzen, eine Arbeit vermitteln und ein Zuhause garantieren. Neben den Wohnungen ist auch eine Werkstatt entstanden wo die Frauen arbeiten können. Für Schwester Rita ist es wichtig, dass diese Flüchtlinge nicht von Almosen leben müssen, sondern sich stolz von ihrer Hände Arbeit ernähren können.

Ich durfte letzten Herbst Schwester Rita kennenlernen und einen Tag mit ihr verbringen. Sie erzählte mir von ihrer Vision: „ Es war schon immer der Traum Gottes sein Haus unter uns zu bauen, aber noch heute braucht er Menschen die den Mut haben zu träumen, Frauen und Männer die die Hoffnung wagen. Wir haben uns bemüht, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen und dieses Haus Gottes ist wirklich ein Gebäude geworden: das Haus Rut.“ Dieser Ort ist in den letzten Jahren Zufluchtsstätte und Neuanfang für hunderte Mädchen und Frauen geworden, Geburtsort für dutzende Kinder, Oase der Hoffnung für eine ganze Stadt.

Ich war von der Arbeit dieser kleinen, grossen Frau sehr beeindruckt und möchte sie im Rahmen eines Hilfsprojektes unterstützen. Mit Freude habe ich die Zustimmung der Ortspfarrei erhalten und werden wir dieses Projekt gemeinsam angehen. Ein gemeinsames Ziel heisst auch ein gemeinsames Stück Weg, der die Missione und die Ortspfarreien näher bringen und uns so immer mehr als eine Pfarrei, als eine Kirche - wenn auch in verschiedenen Sprachen – entdecken lassen.
Mit verschiedenen Aktionen und weiteren Informationen werden wir im nächsten Jahr unseren Traum gemeinsam träumen, werden wir die Hoffnung wagen.

Don Giuseppe



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Bilder Sekretariat

Die bisherigen Spendenprojekte 2015: » neue Orgel für Sevgein

2013: » Kinderheim Bet Elazraki im Heiligen Land

2012: » Bibliothek und Gemeinschaftssaal für eine interreligiöse Schule im Norden Nigerias

2011: » 300 Esel für Äthiopien
Autor: Sekretariat Pfarramt     Bereitgestellt: 01.03.2016     Besuche: 21 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch