Sekretariat Pfarramt

Fastenzeit

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Karolina Gad,











Die Fastenzeit oder «österliche Busszeit» ist eine wichtige Zeit im Kirchenjahr. Sie soll uns anleiten, das eigene Leben zu überdenken und – wo nötig – die Weichen neu zu stellen. Dabei geht es nicht nur um Einfachheit und Verzicht, sondern auch um Gebet, Stille und Besinnung.

Mit dem Aschermittwoch lädt uns die Fastenzeit ein, den Weg der Umkehr, der Umkehr zum Leben einzutreten.

Was bedeutet das aber … Umkehr zum Leben? Das heisst, mich von Gott ansehen zu lassen und in dieser Begegnung meine Unvollkommenheit, meine Gebrochenheit und meine Schuld zu erkennen.

So kann ich erfahren, dass ich von Gott «bis zur Vollendung» (Joh 13,1) geliebt bin, dass Er mir nahe ist, dass Er meine Gebrechen wegnehmen kann und will, und dass Er mir eine neue Chance gibt, zu Ihm zurückzukehren und Ihm nahe zu sein.

In einem Dokument unbekannter Herkunft spricht Gott zu jedem Menschen: «Ich kenne dein Elend, die Kämpfe und Verwirrungen deiner Seele; die Schwachheit und Krankheit deines Körpers; ich kenne deine Feigheit, deine Ohnmacht; gleichwohl sage ich dir: Gib mir dein Herz. Liebe mich, so wie du bist. Selbst wenn du oft in deine Fehler zurückfällst, die du ja lieber nicht haben möchtest: Liebe mich, so wie du bist. In jedem Augenblick, in jeder Lage, in der du dich befindest, im Eifer und in der Trockenheit, in der Treue oder in der Untreue. Wenn du glaubst, mit deiner Liebe warten zu können, bis du vollkommen bist, dann wirst du mich nie lieben. Ich liebe dich mit deiner Schwachheit. Was brauche ich dein Wissen und deine Talente? Ich verlange nicht deine Tugenden. Wenn du viele solcher hättest, wäre auch gleich die Eigenliebe wieder da. Ich stehe wie ein Bettler vor deinem Herzen, ich, der Herr, und warte. Nur deine Zweifel und dein Mangel an Vertrauen könnten mich verletzen. Daher denk daran: Liebe mich, so wie du bist.»

Wenn ich dieser Zusage glauben kann, dann kann ich auch vertrauen. Ich darf mein Leben – mit meinen Träumen und Visionen, mit meinen Stärken und Schwächen, mit meinen Wünschen und Enttäuschungen, mit meinem Bemühen und Versagen, mit Freude und Trauer, mit dem, was mir Mut gibt, aber auch mit dem, was mir Angst macht – in Gottes Hände fallen lassen, denn ich weiss: er liebt mich so, wie ich bin, wenn ich falle, schenkt er mir Kraftaufzustehen. Dieses Vertrauen bewirkt echte Umkehr. Wenn ich mich von der Liebe Gottes, die alle menschlichen Vorstellungen übersteigt, ergreifen lasse und diese Liebe zum Fundament meines Lebens wird (wie bei dem hl. Franz von Assisi), kann die «Zeit der Gnade», der «Tag der Rettung» reiche Frucht in mir bringen. Erst dann, wenn ich mich ganz auf Gott und seine Kraft verlasse, spüre ich, dass mein Leben einer Kurskorrektur bedarf: einer «Abwendung vom Bösen» und einer «Entscheidung für das Gute» (vgl. Tagesgebet).

Das kann ein Abenteuer sein, bei dem ich mir aber der Hilfe Gottes gewiss sein darf. Entschiedenheit und im gläubigen Vertrauen auf Gott, den Weg der Umkehr! Dann werden
wir an Ostern eine neue, sinngebende, lebenspendende und freudebringende Begegnung mit dem Auferstandenen erfahren. Und das wünschen ich uns von ganzem Herzen. In die Tiefe gehen: Wenn wir nicht genügend in die Tiefe gehen, dann stossen wir nur auf trübes Wasser.
Wir dürfen nicht an der Oberfläche bleiben, wenn wir klares, lebenspendendes Wasser haben wollen. Wir müssen vorstossen bis zu jenen Quellen, die uns wirklich erfrischen, die unser Leben befruchten und die das Trübe in uns klären.
(Anselm Grün)
Bereitgestellt: 16.02.2021     Besuche: 32 Monat