Firmreise 2019 – Reisebericht

Firmreise 2019 II<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-buelach.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>29</div><div class='bid' style='display:none;'>1325</div><div class='usr' style='display:none;'>11</div>

Sekretariat Pfarramt,







Firm-Kandidatinnen und -Kandidaten aus der kath. Pfarrei Bülach der Dreifaltigkeit auf Entdeckungsreise in die Theorie und Praxis des christlichen Glaubens. Auf den Spuren der Vergangenheit in der Weltmetropole Rom und den Spuren des Heiligen Sankt Franziskus und der Heilige Klara in der Weltfriedenstadt Assisi.


Sonntagabend gegen 20:30 Uhr. Der Reise Car der Firma Ammann, Erlebnisreisen mit Leidenschaft, steht bereit. Eine Schar von Leuten, Eltern mit Jugendlichen mit Sack und Pack, stehen erwartungsvoll und doch ein wenig verunsichert bereit für die kommende Woche. Die Reise in Richtung Rom beginnt. Die Gesellschaft ist gut gelaunt, man freut sich auf die kommende Woche, auf Rom und Assisi.

Die Reise durch die Nacht wird bestens durch das Ehepaar Ammann, Hans der Chauffeur und Daniela die treue Seele während der Reise, durchgeführt. Unsere Reisegesellschaft mit 41 Teilnehmer kommt sehr gut in Rom an. Wir erreichen die Basilika San Giovanni in Laterano und die Scala Santa, die ersten beiden Etappen dieser Reisewoche. Jede Etappe dieser Woche wird gekonnt von den Gruppenleiterinnen und -leiter den Jugendlichen vor Ort erklärt, anschliessend steht der Besuch und das persönliche Erlebnis an. Auf der Scala Santa versuchen sich die Jugendlichen auf den Knien, wie Jesus bei der Kreuzigung, die lange Treppe hochzukommen. Es war die Mutter von Kaiser Konstantin, der Heiligen Helena, die im 4. Jahrhundert diese Treppe von Jerusalem hat nach Rom überführen lassen.

Und schon ist man mitten in Rom angekommen. Diese Weltmetropole, diese Machtzentrale der Antiken, eine lebendige Geschichte über Aufstreben und Zerfall des römischen Reichs. Heute, macht eher das ständige und doch trotzdem sehr organisierten Chaos das Leben aus. Wir erreichen eines der grössten Camping Ressorts der Stadt, unsere Bleibe für die ersten beiden Tage in Rom. In gemütlichen Bungalows werden wir übernachten. Gegen Abend steht einen Bummel durch die Stadt Rom an: Piazza Navona, das Pantheon, Fontana di Trevi, Piazza di Spagna mit der berühmten Treppe. Alles durch die Gruppenleiterinnen und -leiter gekonnt vorgetragen. Auch einen Halt in die seit 150 Jahre bestehende beste Gelateria Della Santa darf nicht fehlen; ist das ein Fest der Sinne, ein Schmaus.

Nach ein wenig Freizeit, um auf eigene Faust ein Nachtessen in den unzähligen kleinen und grösseren Restaurants zu geniessen, treffen wir uns wieder in der unterdessen beleuchteten Piazza Navona. Wir verlassen Italien und gehen über die Grenze!? Vatican City by Night! Sehr eindrucksvoll den Petersdom beleuchtet von aussen zu betrachten (noch). Wir gehen bei der Kaserne der Schweizer Garde vorbei und zurück in unsere Bleibe. Alle sind müde, war es doch ein langer und bereits einen ereignisreichen Tag. Schnell ist Ruhe. Gute Nacht und süsse Träume.

Am nächsten Tag ist früh Tagwache. Noch vor dem Morgenessen, treffen sich ein paar Leiter mit unserem Pfarrer, Jaroslaw Duda, auf seine Terrasse, um einen Feldgottesdienst zu feiern. Mit gestärkter Seele und Körper geht es wieder über die Grenze in den Vatikan. Der Besuch in die grösste christliche Kirche der Welt steht an. Apropos anstehen, selbstverständlich sind wir nicht die einzige Gruppe, die diese prachtvolle Kirche besuchen möchten. Anstehen ist angesagt; eine gute Stunde vergeht. Endlich sind die Check Points erreicht. Wir und unser Gepäck werden durchleuchtet. Berechtigte Sicherheitsvorkehrungen bei so einer unglaublichen Menschenmasse; jeden Tag! Wir Schweizer werden besonders auf den Nationalen Gegenstand kontrolliert: das Schweizer Sackmesser. Und wer eines dabeihat, wird freundlich und sehr bestimmt nach draussen begleitet und darf somit nicht den Petersdom besuchen.

Der Petersdom beeindruckt vom ersten Moment an, vom ersten Schritt in sein Inneres. Die unglaubliche Grösse, Höhe, Weite, aber auch die Menschenmenge, die dieser Raum scheinbar – wie einen hungrigen Blauwal – ohne Mühe verschlingen mag. Wenn man den Stimmen lauscht, hört man Stimmen von der ganzen Welt: da ist eine chinesische Gruppe, das sind welche aus England, hier wieder aus Spanien, auch US-Amerikaner oder aus Afrika sind anwesend, Süd-Amerikaner, Asiaten, von Australien und Neu Seeland. Die ganze Welt ist hier und staunt andächtig. In einem Seitengang entdeckt man eine grosse weisse Marmortafel, da werden alle Päpste bis heute nachgetragen, angefangen vom Heiligen Petrus. Zu hinterst, noch hinter dem Altar, erkennt man den Heiligen Stuhl. Die Zeit scheint still zu stehen. Es wird einem bewusst, an einem ganz besonderen Ort auf der Welt zu sein. Wer sich es einrichten kann und vor allem die Zeit hat, wagt sich die vielen Treppen zur Hauptkuppel hoch, wo von dort aus, einen fanstatischen Weitblick über die Metropole Rom, auf der einte Seite, wie auch auf den Vatikangärten auf deren Rückseite betrachtet werden kann. Auch die Katakombe, die Grabstätte der vergangenen Päpste, ist zur Besichtigung empfehlenswert. Als Mensch in dieser Kirche, fühlt man sich sehr klein. Nach diesem atemberaubenden Einblick in den Petersdom, in dem man regelrecht von der Geschichte erdrückt wird, spaziert man beim Verlassen der Piazza bei der vatikanischen Post vorbei. Warum nicht eine oder ein paar Postkarten schreiben?
Nach einer kleiner Mittagsstärkung geht es auch gleich im antiken Rom weiter. Vorbei am Monument zu Ehren von Vittorio Emanuele II beim Kapitol, erreichen wir das Forum Romanum. Hier ist so zu sagen Rom entstanden und gewachsen, hier wurde politisiert, mit Waren gehandelt, das ist das Zentrum des Geschehens vom antiken Rom. Hier wurden Kaiser gefeiert und gestürzt. Einen Steinwurf entfernt, das Kolosseum. Heute, durch eine grosse Baustelle – in Rom wird an der U-Bahn Erweiterung gearbeitet – umschlungen, wird der Anblick gestört. Dieses Gebäude, dass damals wie heute, Massstäbe setzt. Noch heute werden grosse Fussball Stadien nach deren Prinzip konstruiert. Daneben kann man auf der Strada Antica gehen, ein Stück Geschichte, dass so belassen wurde; ein Stück vom Ursprünglichen antiken Rom. Zurück und vorbei an der Chiesa San Pietro in Carcere erreichen wir die Chiesa di Gesù Bambino, die Jesus Kind Kirche. Hier übergeben wird im Gebet die vielen Anliegen unserer Pfarrei. In Gruppen versammelt werden die Briefe vorgelesen und der Kraft Jesus überlassen. Danach können die Jugendlichen ihre Freizeit geniessen bis am Abend; Zeit, um sich allmählich von Rom zu verabschieden.

Bereits ist Mittwoch, der Tag der grossen General Audienz mit dem Papst Franziskus. Wir kommen gut durch den morgendlichen Verkehr weg und sind schnell im Vatikan. Nach einer dreifachen Kontrolle können wir uns auf den vorbereiteten Sitzplätzen hinsetzen und warten. Das Warten dauert jedoch nicht lange, schon kommt Papst Franziskus in seinem Papa Mobile durch die Menschenmasse vorbei. Wir wohnen der Messe und dem Katechismus Franziskus bei. Gedanken und Überlegungen von der Bibel in die heutige Zeit transportiert und reflektiert. Eine gute Sache.

Nach einer kurzen Lunch-Pause geht es mit Ammann Erlebnisreise weiter zu den Katakomben von San Sebastiano, die grössten unterirdischen römische Grabstätten. Hier werden nicht nur die langen Tunnels besucht, wir feiern auch in der Kathedrale San Sebastiano eine Messe; wir werden auf das Leben des Heiligen Franziskus und der Heilige Klara eingestimmt.
Die Reise geht weiter. Die Umgebung, die Natur verändert sich je länger wir Richtung Norden fahren. Die Landschaft öffnet sich. Die typischen Olivenplantagen erscheinen. Das Wetter ist gut. Und dann ist das Städtchen Assisi erreicht. Linker Hand das Kloster und Weltzentrum der Franziskaner mit den beiden Kathedralen von San Francesco. Ganz oben auf dem Monte Subasio die Rocca Maggiore, die Burg die über Assisi thront und wacht. Das Zentrum des Städtchens mit der Piazza del Municipio und der Minerva Kirche, die Basilika von San Rufino, die Chiesa di San Pietro, das Kloster der Klarissen und Ihrer Basilika zu Santa Chiara, all dies wird in der Abendsonne wunderschön beleuchtet. Wir erreichen das Hotel am unteren Rande der Stadt und wenige Schritte von der Klosteranlage und den beiden Kathedralen von San Francesco entfernt. Nach dem Zimmerbezug und dem feinen Abendessen, geht es rasch raus zum ersten Kontakt mit der Stadt von San Francesco: Assisi by Night.

In Assisi geht es steil rauf oder steil runter. Nur wenige Wege und Strässchen verlaufen einigermassen flach. In Assisi ist man gut trainiert. Wir treffen uns im der mittleren Piazza und Treffpunkt der Stadt, der Piazza del Municipio. Hier ist immer etwas los: es hat schöne Kneipen mit Gartenterrasse, man sitzt in der Piazza und geniesst die Stimmung und die Gesellschaft. Jung und Alt von der ganzen Welt geben sich hier die Hand und sprechen miteinander. Assisi ist einfach magisch und jung geblieben!

Am anderen Morgen nach dem Gottesdienst und das stärkende Morgenessen – es ist bereits Donnerstag -, geht es auf Entdeckungsreise durch Assisi: die Kathedrale San Rufino, die Taufkirche von Franziskus und Klara, das Geburtshaus von Francesco, heute die Chiesa Nuova, die Basilika Santa Chiara mit den Reliquien der Heilige und die beiden Kathedralen von San Francesco und deren Krypta, dort findet man die Reliquien von Francesco. Alles sehr gut von den jungen und weniger jungen Leiter vorgetragen.

Nach einer kurzen Mittagspause nehmen wir uns dem Leben von Franziskus und Klara an. Unter Olivenbäume feiern wir eine Agape, einer Brotteilung. Wir erfahren die Beweggründe die Franziskus und Klara soweit brachten, ihr angestammtes Leben zugunsten des bedingungslosen Glaubens aufzugeben. Warum diese Kraft noch heute jedes Jahr tausende von Jugendliche nach Assisi strömen lässt. Wir lassen es den jungen Firm-Kandidatinnen und -Kandidaten selbst hautnahe erleben. Nach Tage in der Gruppe, ist die Zeit gekommen in sich reinzuschauen und allein den Weg zu gehen. Wohin soll es gehen? Was soll ich tun? Wie soll ich was tun? Dies die Fragen die den Weg der Jugendlichen begleiten. Allein erfahren und erkunden sie das Leben von Klara im Kloster von San Damiano. Ob sie den Sinn und das Leben verstehen werden? Oder ist es wichtiger zu wissen, dass das eigene Handy genügend Energie in den Batterien hat?
Und schon sind wir beim letzten Tag angekommen. Den Tag, der ganz allein an Franziskus gewidmet ist. Wir machen uns auf dem steinigen und steilen Weg durch den Wald des Monte Subasio nach Eremo delle Carceri. Wenn Franziskus genug hatte, müde war, ausgelaugt, ideenlos, dann wanderte er durch diesen Weg nach Eremo delle Carceri, um seine Batterien wieder aufzuladen. Auch er war ja nur ein Mensch, auch er brauchte Erholung. Auch wir brauchen Erholung, Entschleunigung in unserer Zeit. Auch ein Handy muss aufgeladen werden. Wieder beschäftigen sich die Jugendlichen mit sich selbst und versuchen sich zu finden, in dieser chaotischen Welt zu recht zu finden. Nicht immer einfach.

Der Abschluss und zugleich Höhepunkt der ganzen Reise, ist wohl der Austausch der Taukreuze untereinander. Alle Teilnehmenden teilen sich in der Stille und in einer bewegenden Zeremonie diese Taukreuze, dabei sprechen sie dem Empfänger etwas Schönes und Liebes, flüsternd ins Ohr. Auf dem Weg zu diesem Andachtsort, begeht man dieses Kloster, dass ganz im Wald versteckt ist. Die Ruhe ist grossartig: man hört Vögel und den Wind durch die Bäume singen. Im Kloster selbst ist es da und dort sehr eng und mit einiger Mühe kommt man hindurch. Die Menschen waren damals wirklich wesentlich kleiner als heute.

Jetzt geht es halt, um sich von Assisi zu verabschieden. Man hat Zeit dafür bis man zu Fuss wieder das Städtchen erreicht hat. Unterwegs einen Halt in einer Osteria, anstossen auf eine gute Woche. Bevor es dann definitiv zurück geht, wird das Engelspiel (Wichteln) aufgelöst. Es ist immer wieder eine grosse Überraschung zu erleben, welche Person es war, die einem die ganze Woche irgendwie ganz still und leise mit kleinen und grossen Geschenken begleitet hat.
Fazit der Reise: wieder einmal mehr, war die Reise ein voller Erfolg. Wir konnten die Jugendlichen beobachten, wie sie sich in Verlauf der Woche ein wenig verändert haben. Unisono ist bei allen Jugendlichen Assisi das Highlight gewesen. Nun sind die Jugendlichen für den grossen Tag, der Firmung Ende Monat, gut gerüstet und hoffentlich auf für das Leben, dass vor ihnen bereitsteht.

Besten Dank an unserem Pfarrer, Jaroslaw Duda und an die pastorale Assistentin und gute Seele des Firm Kurses, Jasmine Guderzo für die tadellose Organisation. An alle Leiterinnen und Leiter, die den Kurs und die Reise mit Vorträgen gestalten haben. Den Gästen und Eheleute, Sandra und Peter, die versucht haben, ein wenig von der Lebensfreude der Karibik, farblich und gesanglich die Gottesdienste begleitet haben. Dem Ehepaar Ammann, die uns sicher hin und zurück gefahren haben. Und am Schluss den Firm-Kandidatinnen und -Kandidaten, die sich haben führen lassen und gut mitgemacht haben.

Im Frühling 2019
Giorgio C. Bazzanella
Gruppenleiter
Bereitgestellt: 30.04.2019    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch